Lernen im 21. Jahrhundert – welche Möglichkeiten bieten sich für den Unterricht?

Das Center for Curriculum Redesign (CCR) hat in Verbindung mit dem OECD-Projekt „Education 2030“ eine Rahmenvereinbarung zum Lernen im 21. Jahrhundert erarbeitet und 2009 veröffentlicht. Dabei haben internationale Bildungsforscher Curricula in Bildungsinstitutionen weltweit untersucht und eine grundsätzliche Übereinstimmung in den vier in der Grafik dargestellten Bereichen festgestellt. Demnach erfordert das Lernen im 21. Jahrhundert Kompetenzen in den vier Bereichen Wissen, Charakter, Meta-Lernen und Fertigkeiten. Für die Konzeption von Unterricht, der zum Ziel hat, alle vier in diesem Modell beschriebenen Teilbereiche des Lernens zu fördern, ist es sinnvoll, sie in ihrem Zusammenspiel zu betrachten: Die 4K-Fertigkeiten bilden die Voraussetzung für den Erwerb und die Anwendung von Wissen. Aber Wissen und Fertigkeiten allein reichen nicht aus, um Lernende auf zukünftige Herausforderungen vorzubereiten. Charaktereigenschaften sind wichtige Voraussetzungen für den Lernerfolg und für die aktive Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung. Ausgehend von einem lebenslangen Lernen ist es eine notwendige grundlegende Fähigkeit, den eigenen Lernprozess zu reflektieren, um das Lernverhalten anzupassen und Strategien zu entwickeln, die wiederum für den erfolgreichen Erwerb von Fertigkeiten und Wissen Voraussetzung sind.

Für den Unterricht leitet sich daraus die Notwendigkeit ab, Lernsituationen zu schaffen, in denen Schülerinnen und Schüler diese Kompetenzen erwerben können.

Darüber hinaus müsste darüber nachgedacht werden, wie es gelingen kann, in den Curricula der einzelnen Fächer die Kompetenzorientierung weiter zu fokussieren und neben dem Bereich Wissen die drei Kompetenzbereiche Fertigkeiten, Charakter und Meta-Lernen mehr als bisher in den Blick zu nehmen. Der Erwerb von Wissen wird immer eine zentrale Rolle im Unterricht spielen, aber er ist nicht mehr das alleinige Ziel, sondern eine Komponente von Bildung im 21. Jahrhundert.

„Wir ertrinken in Wissen und dürsten dabei nach Einsicht. […}“

Der amerikanische Soziobiologe E.O. Wilson vergleicht Wissen und Einsicht mit dem chemischen Prozess der Synthese, bei dem aus einfachen Bestandteilen eine komplexe Verbindung aufgebaut wird. „[…] Die Welt der Zukunft wird von Synthetisieren beherrscht werden, von Menschen, die in der Lage sind, sich die richtigen Informationen zur richtigen Zeit und mit den richtigen Mitteln zu beschaffen, sie kritisch zu überdenken und dann einsichtige Entscheidungen zu treffen.“

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