Kollaboratives Lernen im Unterricht

Kollaboration ist die innovativste der vier Kompetenzen, die in dem US-amerikanischen 4K-Modell als zentrale Kompetenzen für Lernende im 21. Jahrhundert formuliert werden. Besonders interessant sind die Möglichkeiten, die kollaborative Lernumgebungen im Zusammenhang mit digitalem Lernen bieten.

Der Einbezug von digitalen Medien in den Unterricht (z.B. das gemeinsame Arbeiten an einem Dokument oder an einem Wiki, der Austausch über Lernplattformen) führt zu der Notwendigkeit der Unterscheidung von kooperativem und kollaborativem Lernen: Kooperatives Lernen wird durch die Möglichkeiten von digitalen Lernumgebungen (e-learning, Lernplattformen, Lernspiele, o.ä.) weiterentwickelt zu kollaborativem Lernen.

Kooperatives Lernen fokussiert auf das Ergebnis des Lernprozesses, das gemeinsame Produkt oder die Ergebnispräsentation. Beim kollaborativem Lernen hingegen steht der gemeinsame Arbeitsprozess im Zentrum. Durch kollaborative Tools wie Padlet, Etherpad oder Lernplattformen werden Lernende gefördert, ihr Wissen mit anderen zu teilen und sich das Wissen anderer zu eigen zu machen und auf diesem Weg gemeinsam Probleme zu lösen. Dahinter steht einer der drei maßgeblichen Gründe, die die Bildungsforscherin Lisa Rosa für die Notwendigkeit von kollaborativer Kompetenz benennt: Die zu lösenden gesellschaftlichen Probleme der Zukunft seien so komplex, dass sie nur mit kollektiver Intelligenz bearbeitbar sein werden.

Hinzukommt bei kollaborativen Lernumgebungen eine zusätzliche Ebene, die einer stärkeren Reflektion des gemeinsamen Arbeitens. Diese findet sich in den Kommentaren, die den Arbeitsprozess reflektieren, in Verantwortlichkeiten, in Teamstrukturen und auch im Erlernen einer Feedbackkultur wieder.

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.