Blended learning

Blended learning heißt direkt übersetzt „vermischtes Lernen“ und bedeutet in Bezug auf Lehren und Lernen in der Schule, dass zwei Lernformen (Präsenzunterricht und E-Learning) miteinander verknüpft werden. Durch die Möglichkeiten, die das Lernen mit digitalen Medien in Bezug auf individualisiertes Lernen bietet, ist blended Learning auf dem Weg, ein wichtiger Bestandteil von Unterricht zu werden. Es ist eine neue Form des Lehrens und Lernens, weil es ein selbstständiges, selbstgesteuertes, ortsunabhängiges und kreatives Lernen ermöglicht.

Die Integration einer Lernplattform wie Moodle in den Unterricht ermöglicht es, die E-Learning-Phasen durchzuführen und mit ihnen die schulischen Präsenzphasen sinnvoll zu ergänzen.

Unterricht nach dem Prinzip des Blended learning

Lernarrangements zu schaffen, die dem Prinzip des Blended learning entsprechen, bedeutet den Fokus auf das aktive Lernen der Schülerinnen und Schüler als Mittel zum Kompetenzerwerb zu legen.

Die Lehrerin/der Lehrer entwickelt eine didaktisch sinnvoll konzipierte Abfolge von Präsenzphasen und Phasen des individualisierten Lernens mit digitalen Medien.

Dieses Modell wird von den Lehrenden flexibel erweitert, je nach Gestaltung des Unterrichtsvorhabens können die E-Learning-Phasen mehrere Stunden hintereinander sein, wenn z.B. ein Produkt erstellt wird, oder die Präsenzphasen machen einen größeren Teil des Unterrichts aus und die E-Learning-Phasen sind als ergänzende Übungsphasen konzipiert.

Schulorganisatorisch sind E-Learning-Phasen z.B. bei Abwesenheiten der Lehrerin/des Lehrers zielführend einsetzbar, denn so können die Schülerinnen und Schüler selbstständig weiter am Unterrichtsgegenstand arbeiten und lernen Verantwortung für ihren Lernprozess zu übernehmen.

„Das beste aus zwei Welten“

Blended learning kombiniert die Vorteile von Präsenzphasen (Unterricht) mit Phasen des E-Learnings (z.B. über Lernplattformen wie Moodle) so miteinander, dass die jeweiligen Vorteile verstärkt und die Nachteile kompensiert werden.

https://www.materna-tmt.de/die-mischung-machts/

Präsenzunterricht

Im Unterricht steht die soziale Interaktion zwischen Lernenden und Lehrenden im Mittelpunkt. So ist eines der zentralen Ergebnisse aus John Hattis Bildungsstudie „Lernen sichtbar machen“ aus dem Jahr 2009, dass das Verhältnis zwischen Lehrenden und Lernenden als entscheidend für den Lernerfolg gilt. Der Unterricht, bzw. die Präsenzphasen, sind also von zentraler Bedeutung für den Lernprozess.

Unterricht bietet den Raum sich auszutauschen, auf der Basis des in den E-Learning-Phasen Gelernten gemeinsam mit anderen weiterzuarbeiten, den Prozess zu reflektieren und Themen zu diskutieren. Kooperatives Arbeiten, Kommunikation sowie soziales Lernen sind pädagogische Werte, die die Planung der Unterrichtsmodule prägen.

Lernen mit digitalen Medien

In den E-Learning-Phasen steht das individuelle Lernen in Bezug auf Lerntempo, Zeit, Ort mit der Möglichkeit eigene inhaltliche Schwerpunkte setzen zu können im Mittelpunkt. Außerdem bieten digitale Medien die Möglichkeit, unterschiedliche Zugangsweisen (Text, Film, Bild) in den Lernprozess zu integrieren. So können Schülerinnen und Schüler für sich optimale Lernergebnisse erzielen. Über kollaborative Formate wie Wikis, Glossare und gemeinsame Aufgabenstellungen besteht auch in diesen Phasen die Möglichkeit, dass Lernende gemeinsam arbeiten.

Arten von Blended Learning

Es werden fünf Formen von Blended Learning unterschieden. Sie sind nicht aller gleichermaßen für den schulischen Kontext geeignet, besonders gute Erfahrungen wurden bislang mit dem Rotationsmodell, dem Flipped Classroom-Konzept und dem Enriched virtual Modell im Unterrichtlichen Zusammenhang gemacht.

E-Learning wird im Universitären Lernen, im informellen Lernen (Tutorials) und besonders in der Fortbildung in beruflichen Kontexten zunehmend eingesetzt. Webinare und MOOCs (Massive Open Online Courses) sind E-Learning-Formate, die sich in der Erwachsenenbildung in den letzten Jahren etabliert haben. Besonders die Tatsache, dass Elite-Universitäten wie Princton oder Columbia (aber auch deutsche Universitäten) begonnen haben, Lehrveranstaltungen in E-Learning-Kursen anzubieten, sorgt für eine Demokratisierung von Bildung durch Digitalisierung.

Schülerinnen und Schülern das Lernen nach dem Blended Learning-Modell zu ermöglichen und ihnen damit die Möglichkeit zu geben, Erfahrungen und Kompetenzen mit diesem Format aufzubauen, ist also eine zeitgemäße Form der Wissenschaftspropädeutik.

Literaturtipp: Kück, Alexandra: Unterrichten mit dem Flipped Classroom-Konzept. Das Handbuch für individualisiertes und selbständiges Lernen mit neuen Medien. Mülheim an der Ruhr 2017

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.